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  Entwicklungszusammenarbeit Ralph Elsäßer


Entwicklungszusammenarbeit
  Ralph Elsäßer
Seit mehr als 10 Jahren wird mindestens 50% des Umsatzes mit Projekten der Entwicklungszusammenarbeit erzielt. Diese 50/50 Situation zwischen Projekten in Kerneuropa und Projekten in sogenannten Entwicklungsländern bietet die Möglichkeit, aus den aktuellsten Techniken der Wasserwirtschaft und der Informationstechnologien die herauszuschöpfen, die für die Problemstellung im Projektland am zielgerichtetsten sind. Dabei ist nicht immer die neueste Technologie die sinnvollste, da es beim Einsatz oft auf Robustheit, Verfügbarkeit von technischer Unterstützung und geringstmöglichem administrativen Aufwand ankommt. Auch ist die EDV-Infrastruktur in den Zielländern nicht immer in der Lage, die aktuellsten Programme auszuführen oder die nötigen Netzkapazitäten zu liefern. Der Hauptbestandteil der Arbeit in der EZ besteht im Capacity Building, also der Personal- und Organisationsentwicklung vor Ort. Die Entwicklung einer Strategie oder eines Modells für eine konkrete Problemstellung kann daher nie ohne die Einbeziehung des Partners vor Ort geschehen. Häufige projektbegleitende Besuche vor Ort und die Durchführung von problemorientierten Schulungen erhöhen Akzeptanz und Effizienz.

Informationssysteme

Kein Informationssystem, dessen Inhalt natürliche Ressourcen berührt, kann es sich leisten, auf räumlichen Bezug zu verzichten. Die Geoinformatik führt hier eine zusätzliche Dimension im Management natürlicher Ressourcen ein und hilft, Methoden zu nachhaltiger Bewirtschaftung zu entwickeln. Geoinformationssysteme sind so zu einer unerläßlichen Komponente eines jeden wasserwirtschaflichen Informationssystems geworden. Beispiele: Optimierung von Speichernetzwerken in Tunesien, Digitale Wasserbilanz Algerien

Fernerkundung

Gerade in den armen Ländern dieser Welt fehlt für eine nachhaltige Entwicklung meist verläßliches Kartenmaterial. Satellitenbilder können hier leicht Abhilfe schaffen - rasche Verfügbarkeit und höchste Präzision können den hohen Anschaffungspreis schnell rechtfertigen. Die Kombination unterschiedlicher Frequenzbereiche öffnet den Blick für Phänomene, die dem Auge sonst unsichtbar blieben. Für die Ermittlung des landwirtschaftlichen Wasserbedarfs ist die satellitengestützte Kartierung der Vegetationsklassen nicht mehr wegzudenken. So eignen sich entsprechend hochauflösende Daten in Kombination mit Referenzdaten zur Modellierung des landwirtschaftlichen oder häuslichen Wasserbedarfs.

Wasserwirtschaft

Jegliche Ressourcen- oder Bedarfsmodellierung greift heute auf computergestützte Modelle zurück. In Ländern mit Wasserdefizit sind Niederschlagsinterpolations-, Infiltrations- und Grundwassermodelle von höchster Wichtigkeit, die Modellierung insbesondere des landwirtschaftlichen und semiurbanen Wasserbedarfs wie auch die Generierung von Entwicklungsszenarien bedarf exakter Rechenmodelle. In Ländern der tropischen Zone mit ausreichend Wasser ist zumeist die Trinkwasserqualität das Problem und oft Ursache für Krankheit und Armut. Hier sind Informationssysteme gefragt, die vor Ort in technisch simpelster Weise Informationen sammeln und diese zur Evaluation an zentrale Stellen führen, wo die Analyse dann zu geeigneten Maßnahmen und zur effizienten Verteilung der Mittel führen kann.
 
Projekt AQUIFER SASS (Tunesien / Algerien / Libyen) ESA, GAF

Entwicklung von satellitengestützten Werkzeugen zur länderübergreifenden Überwachung der Grundwasserressourcen des Aquifersystems der nördlichen Sahara


Digitaler Wasserrahmenplan Jordanien

GIS-gestütztes Bilanzierungswerkzeug zur Konfrontation Dargebot/Bedarf mit Möglichkeit zur Szenarienentwicklung für beliebige Zeithorizonte


Digitale Wasserrahmenpläne Algerien (GTZ/AHT)

GIS-basiertes Modell zur Erstellung von Zukunftsszenarien und deren Evaluierung


Monitoring der Entwicklung des Wassersektors zur Erreichung der Milleniumsziele in Burkina Faso (EU / GOPA)

GIS-basiertes Modell zur transparenten Bedarfsanalyse für Wasserversorgung