Die rasante Entwicklung der Satellitentechnologie führt zu immer präziseren Bildern der Erde aus dem All. Dabei ist längst nicht mehr nur die feste Erdoberfläche Ziel der Observation - Atmosphäre und Hydrosphäre sind ebenfalls in den Fokus der Erkundung gerückt. Indirekt lassen Satellitenbilder in manchen Regionen sogar den Blick in grundwasserführende Schichten zu.
Die Lösung der großen Probleme dieser Welt erfordert den Blick über nationale Grenzen hinweg. Zur Stärkung internationaler Kommissionen auf dem Wassersektor (Observatoire du Sahel et du Sahara, Lake Chad Comission, EMWIS) wird heute auf das Internet als Verbreitungsmedium zurückgegriffen. Die Systeme dienen dabei zur Vertrauensbildung untereinander und zur gegenseitigen Kontrolle. Oftmals wird nur durch eine visuelle Darstellung der mit der begrenzten Ressource verbundenen Probleme den Betroffenen der Umfang der Problematik bewußt. Der Einsatz von satellitengestützten Beobachtungsmethoden führt dabei eine erhöhte Transparenz durch die Vergleichbarkeit der Daten ein. Zudem ermöglicht die Fernerkundung eine standardisierte Behandlung verschiedener Regionen - die Anwendung einer einheitlichen Strategie zur Ermittlung defizitärer Kommunen in Burkina Faso beispielsweise führt zu einer gerechteren Verteilung der Gebermittel. Die großen nord- und westafrikanischen Grundwasserbecken werden von den Anrainerstaaten inzwischen zumindest ansatzweise gemeinsam bewirtschaftet - hierzu leistet die Fernerkundung wertvolle Hilfe zur gegenseitigen Überwachung und zur Vertrauensbildung.
Die Stärken der satellitengestützten Fernerkundung sind zweifelsohne die Verfügbarkeit globaler Datensätze und damit die Vergleichbarkeit von verschiedenen Räumen, zudem die Möglichkeit, einen Betrachtungsraum über die Zeit zu beobachten (Monitoring) und die Möglichkeit Daten von Regionen zu untersuchen, die auf terrestrischem Wege gar nicht oder nur mit erheblichen Aufwand zu erheben sind. Durch Kopplung verschiedener Sensoren (Wellenlängen) können Dinge sichtbar gemacht werden, die für das Auge normalerweise unsichtbar bleiben. Die Fernerkundung ist heute aus vielen Bereichen wie Meteorologie, Klimaschutz, Desertifikationsbekämpfung, Stadtplanung etc. nicht mehr wegzudenken.
Projekte Fernerkundung:
- TIGER Aquifer Initiative
- Lake Chad Comission
- Satellitengestützte semiurbane Bedarfsermittlung in Burkina Faso